Zwischenfazit: Veranstaltungen und
Meilensteine 2017 und 2018

Die beiden Gemeinschafts-Gartenprojekte sind in der Dübener Heide offenbar angekommen. Eine Kerngruppe von verbindlich und regelmäßig mitbuddelnden Personen ist entstanden. Und die Freude am gemeinsamen Schaffen, Sich-Austauschen und Feiern stimmt zukunftsfroh. Was viele nicht für möglich gehalten hätten, scheint wahr zu werden: Zumindest momentan sieht es ganz danach aus, als wäre das gruppenmäßige in der Erde wühlen durchaus auch etwas für das "platte Land".
im Anschluss an das Projekt „Urban Gardening geht aufs Land“ zur Ortsgruppe „Gemeinschaftsgarten am Wasserturm Bad Düben“ zusammenschließen. Die Ortsgruppe wird sich einen Vorstand wählen, der die Ortsgruppe führt. Die Ortsgruppe wird die im genannten Projekt entwickelte, ca. 1000 qm große Gartenfläche mit im Projekt entstandenem Gewächshaus, den Einzel- und Gemeinschaftsbeeten, der Feuerstelle und dem Werkzeugschuppen weiter führen. Die Fläche befindet sich am Bahnhof Bad Düben, Wirtschaftsweg. Sie ist Teilfläche der von Michael Kühn gepachteten Bahnlandwirtschaftsfläche. Mit Michael Kühn schließt die Ortsgruppe einen Nutzungsvertrag hinsichtlich der Fortführung des Gemeinschaftsgartens ab.

12. Oktober 2018, Antrag auf Mitgliedschaft als Ortsgruppe  im Verein Dübener Heide

Mit Blick auf das nahende Ende des Projektes „Urban Gardening geht aufs Land“ kamen sieben Gruppenmitglieder des aus diesem Projekt hervorgegangenen Gemeinschaftsgartens am Wasserturm in Bad Düben überein, beim Verein Dübener Heide den Antrag auf  die Gründung einer gleichnamigen Ortsgruppe zu stellen.
Die Ortsgruppe wird die im genannten Projekt entwickelte, ca. 1000 qm große Gartenfläche mit im Projekt entstandenem Gewächshaus, den Einzel- und Gemeinschaftsbeeten, der Feuerstelle und dem Werkzeugschuppen weiter führen.
Die Ziele der Ortsgruppe setzen an den Zielen des Vereins und des Naturparks an:
Insbesondere geht es den Mitgliedern neben dem Interesse am gemeinsamen Gärtnern um
  • einen Ort zu schaffen für eine gemeinwohlorientierte Kommunikation,
  • (interkulturelle) Integration resp. der Völkerverständigung
  • Umweltbildung (BNE),
  • die Förderung einer neuen Stadt-Land-Verbindung,
  • schaffen von Attraktionsräumen für junge Leute,
  • umweltgerechte Landnutzung, ökologische Gartenbewirtschaftung,
  • gemeinschaftliches Kochen,
  • Entwicklung von Bildungsangeboten durch die Mitglieder an der Schnittstelle von Umwelt- und politischer Bildung und zu kulturellen Themen und Erarbeitung passender Förderanträge.
  • die Einrichtung von Praktikums- und Ausbildungsplätzen im Garten- und Landschaftsbau in Kooperation mit der Bahnhofsgenossenschaft Dübener Heide (Michael Kühn) und mischKultur (Paula Passin) ggf.

  • die Einbindung und wo möglich Unterstützung von Flüchtlingen,
  • die Belebung von Eigeninitiative, Eigenarbeit und den Austausch von Wissen und sozialen Fähigkeiten,
  • die Förderung von handwerklichen und hauswirtschaftlichen Kompetenzen etwa im Rahmen der Durchführung von Workshops.
  • Wichtige Inhalte sind Selbstorganisation, Eigenversorgung, Gesundheit, soziale Nähe, psycho-soziales Wohlbefinden und persönliche Entfaltung aller Projektmitglieder.
  • Der Gemeinschaftsgarten bietet auch die Möglichkeit, interkulturelle Kompetenz zu erwerben.
  • Er bemüht sich um die Vernetzung mit ähnlichen Projekten auch über die Landesgrenzen hinweg.

Im Gemeinschaftsgarten werden die Mitglieder einen regelmäßigen Gartentag einrichten, der für alle Interessierte offen steht.
Darüber hinaus soll der Gemeinschaftsgarten für unterschiedliche Veranstaltungen des Naturparks bzw. des Vereins zur Verfügung stehen. Das Gewächshaus des Gemeinschaftsgartens kann als Veranstaltungsraum auch bei schlechtem Wetter genutzt werden.

24. –26. August 2018: „Kulturgarten Schwerin wächst zusammen e.V.“ trifft „Urban Gardening geht aufs Land“ in der Dübener Heide

Programm:
Freitag, 24.8.2018
21:00 Ankunft und Abendessen im Bungalow am Friedrichsee des KIEZ

Samstag, 25.8.
08:00 gemeinsames Frühstück im Bungalow
09:30 Start zur geführten Wildniswanderung in der „Gniester Schweiz“
12:30 Mittagsimbiss im Gemeinschaftsgarten „Gniester Schweiz“ –Gespräche/Mittagsruhe etc.
16:30 Vorstellung des Projektes „Urban Gardening geht aufs Land“ im Gemeinschaftsgarten am Wasserturm– Erfahrungsaustausch
18:30 Essensvorbereitung, gemeinsames Abendessen und Bildpräsentation im Gemeinschaftsgarten
20:00 Bahnhof Bad Düben, letzte Station des Landschafttheaters „Die Große Reise“.

Sonntag, 26.8.18
  9:00 Frühstück
10:00 Gelegenheit für weitere Diskussion/Ideen/“Garten-Perspektiven“
13:00 Aufräumen/Abreise

Ähnlich wie unser Gemeinschaftsgartenprojekt verfolgt auch der Kulturgarten das Ziel, gemeinsames ökologisches Gärtnern mit Kunst, Kultur, Bildung und Integration zu verbinden.
Während die beiden Gärten des Projektes „Urban Gardening geht aufs Land“ noch vergleichsweise am Anfang stehen, hat der Kulturgarten Schwerin schon mehrjährige erfolgreiche Erfahrungen hinter sich. Daher freuten wir uns besonders über die Möglichkeit eines Erfahrungsaustausches.
Gleichwohl gab es große Unterschiede hinsichtlich der Lage der Gärten:
Schwerin ist die Landeshauptstadt von Mecklenburg Vorpommern, hat knapp 100.000 Einwohner, eine Fläche von 130 qkm, liegt 30 km von der Ostsee (Wismar) entfernt und hat ein urbanes Umfeld.
In der Dübener Heide hingegen leben ca. 70.000 Menschen auf einer von Wald geprägten 770 qkm großen Fläche in ca. 50 km Entfernung zu Leipzig. Das Einzugsgebiet der Gärten in der Dübener Heide ist eher sehr ländlich geprägt.
Angesichts von Gemeinsamkeiten und Unterschieden freuten wir uns auf einen interessanten Erfahrungsaustausch. Von wo kommen die Menschen, die sich im Garten zusammen finden? Wie funktionieren die gemeinschaftlichen Entscheidungen? Was läuft alles so im Garten? Welche Aktionen werden angeboten? Wer kann sich einbringen? Wie ist die Beetbestellung organisiert? Was wird gepflanzt? Was sagen die Nachbarn? Welche Unterstützung gibt es? Mit diesen Fragen beschäftigten wir uns.

4. August 2018: Workshop -  Wir bauen ein Insekten-Hotel" im Gemeinschaftsgarten Bad Düben

Programm
15:30 Ankommen und kurze Vorstellungsrunde
16:00 Einführung: Übersicht zum Aufbau, Material und Werkzeug
16:15 Aufteilung der Arbeit(sgruppen)
17:15 Kaffeepause
17:30 Fortsetzung der „Hotelmontage“ und Festlegung eines Standortes
19:00 Ende des Workshops mit anschließendem Grillen (offenes Ende)
Im Rahmen des Projektes "Urban Gardening geht auf‘s Land" fand am 4.8.2018 in der Zeit von 16.00 - 19.00 der Workshop "Wir bauen ein Insektenhotel" stat.

Wieso sind Insekten auch im Garten wichtig? Was ist bei Insekten-Hotels im Garten zu bedenken? Welche Varianten gibt es da? Wie kann ich ein Insekten-Hotel mit einfachen Mittel selber herstellen?
Wie das funktioniert, hat uns André Böhm-Jarass gezeigt mit von uns vorbereitetem Material ein solches Hotel im Garten gebaut. Am Abend saßen wir dann am Lagerfeuer und haben gegrillt.

7. Juli 2018: Workshop – „Wir bauen einen Bienenkasten“ in der Gniester Schweiz

Programm
11:00 Ankommen, Vorstellungsrunde bei Kaffee und Tee
11:30 Theorie und Prinzipien des Bienenkastenbaus: Worauf ist zu achten, was ist zu bedenken. Referent Robert Klauck
13:00 Mittagspause (Kartoffeln mit Kräuter-Quark)
14:00 Bau eines Bienenkastens in Gruppenarbeit mit Unterstützung von Robert Klauck.
17:00 Ende des Workshops, Möglichkeiten zum Grillen

Wie baue ich einen Bienenkasten? Was muss besonders beachtet werden? Der örtliche Imker Robert Klauck holte nach seinem informativen Vortrag vorgeschnittene Bretter aus seinem Gefährt. Und er teilte seine Studenten in drei Gruppen ein.

Sodann begann das große Messen, Sägen, Bohren und Festschrauben. Und tatsächlich konnten am Ende des Nachmittags eine fertige Beute – so nennt sich in der Fachsprache der Bienenkasten – aus Fichtenholz abgeflammt und zum nahegelegenen Ort ihrer Bestimmung gebracht werden. Robert setzte eines seiner Bienenvölker um und nach einer Viertelstunde bereits flogen die ersten Bienen aus den beiden Fluglöchern ein und aus.

Die ersten eigenen Kartoffeln zu Leinöl und Kräuterquark aus dem sehr schön Gestalt annehmenden Garten ernährten die Garten-Idealisten. Überaus zufrieden fuhr man  mit einbrechender Dunkelheit nach Hause, während einige sich noch bis tief in die Nacht Schwänke aus ihren bewegten Leben erzählten…
Zwischenfazit
Die beiden Gemeinschafts-Gartenprojekte sind in der Dübener Heide offenbar angekommen. Eine Kerngruppe von verbindlich und regelmäßig mitbuddelnden Personen ist entstanden. Und die Freude am gemeinsamen Schaffen, Sich-Austauschen und Feiern stimmt zukunftsfroh. Was viele nicht für möglich gehalten hätten, scheint wahr zu werden: Zumindest momentan sieht es ganz danach aus, als wäre das gruppenmäßige in der Erde wühlen durchaus auch etwas für das "platte Land".

28. Juni 2018: Sommerfest im Gemeinschaftsgarten am Wasserturm, Bad Düben

Programm
16:00 Begrüßung bei Kaffee mit Kuchen und Vorstellung des Projektes
16:45 Vortrag von Freya Hörnig: Die Gesundheit des Gärtners beginnt am Tor zum Garten.
17:30 Rundgang durch den Garten und Bestandsaufnahme essbarer Wildpflanzen mit Mathias Henning und Susanne Osterloh
18:00 Vortrag von Stefan Röhling (Garten- und Landschaftsbau Grünfink): Gärtengestaltung im Spannungsfeld zwischen Individualismus und Gemeinschaft.  
18:45 musikalischer Beitrag (Steffen Jahn, Gitarre) und Suppe
19:45 Gespräche an der Feuerschale

In Bad Düben hatten die Gärtner des Gemeinschaftsgartens am Wasserturm zum letzten Schultag zu einem Sommer-Fest eingeladen. Die Gartengruppe hatte ein beeindruckendes Programm entwickelt. Und so wurde es ein grandioses Fest.

Nach einer Begrüßungsrunde zu selbstgebackenem Kuchen gab es einen ersten Vortrag von Freya Hörnig: Die Gesundheit beginnt am Tor zum Garten. Die gelernte Gärtnerin und zertifizierte Gesundheitsberaterin erklärte, wie – weil so ein Gemüsegarten alle Sinne anspricht –, er zu einer stabilen Gesundheit erheblich beitragen kann. Anschließend gab es eine Führung durch den Garten: die beiden Mit-Gärtner Matthias und Susanne stießen mit ihrem profunden Wissen über Wildkräuter auf ein großes Interesse im Publikum.
Nachdem die Gäste sich so tapfer gebildet hatten, waren sie froh, dass Hussain, Anwar und die anderen Flüchtlinge ein wunderbares Gericht nach irakischer Art mitgebracht hatten. Die junge Köchin strahlte vor Freude, die Gärtnerinnen und ihre Gäste beglücken zu können. Und ihr Bad Dübener Hausfreund, ein gelernter Koch, kredenzte dem erstaunten Publikum eine überaus köstliche Spargelsuppe.

Nach einem weiteren kleinen Vortrag rundete Gitarren-Musik von Steffen am Lagerfeuer den Abend ab, die Kinder wippten vergnügt mit ihren Füssen. Manche mochten gar nicht wieder gehen, so urgemütlich empfanden sie Fest und Garten.

Pressecho:
Leipziger Volkszeitung
Sachsen-Sonntag

1. Mai 2018: Einweihungsfest Gemeinschaftsgarten
am Wasserturm, Bad Düben

Programm:
  •  12.00 Ankommen und Mittagsimbiss
  •  12.45 Projektvorstellung und Rundgang auf dem Gartengelände mit Besichtigung des Wasserturms
  • 13.30 Kompost-Workshop, Referentin Freya Hörnig: Einführung in die Grundlagen der Kompostierung, Einrichtung bzw. Fertigstellung einer Kompoststelle
  • 15.30 Kaffee und musikalische Einlage mit dem Dübener Kirchenkantor Norbert Britze am Akkordeon

Am 1. Mai fand im Gemeinschafts-Garten am Wasserturm das Eröffnungsfest statt. Nach einer wärmenden Suppe im recycelten und halb fertigen Glashaus ging es durch den Garten. Auch die mitgekommenen Flüchtlinge und ihre Kinder interessierten sich für das Fotoalbum zur Geschichte des Bahnhofs Bad Düben samt seinem Wasserturm. Danach stieß der Kompostworkshop mit der Gesundheitsberaterin  Freya Hörnig  auf allseitig großes Interesse. Auch langjährige Gärtner unter den zahlreichen Besuchern hörten aufmerksam zu. Aus recycelten
Paletten wurde dann der erste Kompostbehälter gezimmert und sofort fachmännisch gefüllt. Die anschließende Musik des Bad Dübener Kantors Norbert Britze stieß allenthalben auf offene Ohren. Die Familie Hussains packte dazu stolz ihren selbstgebackenen Kuchen aus. Insgesamt kam eine erfreuliche Vielfalt an Interessierten in den neuen Interkulturellen Garten am alten Bahnhof Bad Düben. Und die meisten waren als erfahrene Garten-Zeitgenossen auch bereit, anzuerkennen, was binnen eines Jahres hier hatte geschaffen werden können. „So etwas dauert halt“, sagte am nächsten Tag einer Radler, der vor dem Zaun stand, um den Garten zu betrachten.
Kurzum: der Gemeinschaftsgarten am Wasserturm scheint in Bad Düben angekommen zu sein.

Hier ein Bericht der Leipziger Volkszeitung

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