Fledermausentdecker

In Deutschland gibt es 25 Fledermausarten. Davon leben allein 22 in Sachsen-Anhalt. In Sachsen kommen 20 Arten vor. Im Naturpark Dübener Heide fühlen sich besonders die Mopsfledermaus, die Bechsteinfledermaus und das Große Mausohr heimisch. Als Vertilger von schädlichen Insekten sind Fledermäuse von großer ökologischer Bedeutung. Sie tragen zur biologischen Vielfalt bei und bereichern das Artenvorkommen der heimischen Natur. Zum Überleben benötigen die nachtaktiven Säuger nahrungsreiche Jagdreviere und Quartiere für Sommer und Winter. Dafür bieten ihnen das Presseler Heidewald- und Moorgebiet, das Naturschutzgebiet Roitzsch und die DBU-Naturerbeflächen in der Dübener Heide gute Lebensbedingungen und ein reichhaltiges Nahrungsangebot.

In Siedlungsgebieten hingegen führt der Eingriff des Menschen, oft unwissentlich, zu Lebensraumveränderungen und Nahrungsmangel bei Fledermäusen. Dazu gehören zum Beispiel Dachsanierungen, Gebäudeabrisse, die Verwendung von Insektiziden und die Fällung höhlenreicher Bäume. Natürliche Feinde gefährden das Fledermausvorkommen hingegen kaum.

Artenschutz selbst gemacht
Ende 2019 schufen Ehrenamtliche mit der Installation von zehn Fledermausflachkästen im Arboretum und Schlosspark von Burgkemnitz (Gemeinde Muldestausee) neue Lebens- und Fortpflanzungsstätten für die nachtaktiven Säuger und deren Nachkommen. Weitere praktische Maßnahmen waren die Entschlammung eines Teiches, das Entfernen von Staudenknöterich und die Anlage von Blühwiesen (siehe Video). Finanziert wurde das Projekt mit Fördermitteln der Artensofortförderung des Landes Sachsen-Anhalt

Mit derartigen praktischen Einsätzen erhalten und kreieren Mitarbeiter der Naturparkverwaltung in Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen und Freiwilligen aus der Region neue Lebensräume und Nahrungsquellen für Fledermäuse und tragen so aktiv zum Artenschutz bei.

In Siedlungsgebieten kann im Prinzip jeder zum "Fledermausentdecker" werden und sich mit diesen einfachen Maßnahmen für den kleinen Nachtschwärmer engagieren:

  • alte Fensterläden erhalten
  • die nachtaktiven Gäste auf dem Dachboden dulden
  • für unversiegelte bzw. unsanierte zugängliche Keller sorgen
  • einen insektenfreundlichen (Vor-)Garten anlegen (Gestaltungstipps vom NABU)
  • Fledermauskästen selber bauen und anbringen (Bauanleitung vom NABU)

Die Mopsfledermaus

Die Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) nutzt Buchenwaldgebiete in der Dübener Heide entweder als Sommer- oder als Winterquartier. In den Sommermonaten bieten Flachkästen in den Buchenwaldgebieten im sachsen-anhaltinischen Teil der Dübener Heide dieser Fledermausart regelmäßig eine Herberge für ihre Wochenstube. Sie bewohnt auch das Presseler Heidewald- und Moorgebiet (im Teil Sachsen der Dübener Heide). Im Winter findet sie in Bunkern und anderen unterirdischen Bauwerken Unterschlupf. Baumhöhlen dienen dieser wenig frostempfindlichen Fledermausart bisweilen als Übergangsquartiere. Wälder aller Art, Parks und Alleen bilden das Jagdrevier der Mopsfledermaus.

Weitere Informationen finden Sie hier. (Sie werden zur Internetseite des Freistaates Sachsen weitergeleitet).

die bechsteinfledermaus

Die „Fledermaus-Bergkeller“ in Bad Schmiedeberg sind auch Winterquartier der anspruchsvollen und heimlichen Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii). Dass sie die feuchten, höhlenreichen Mischwälder der Dübener Heide augenscheinlich als Lebensraum nutzen muss, wissen wir nur, weil wir sie in einem der Bergkeller (siehe Foto) zuverlässig als Überwinterungsgast antreffen.

Weitere Informationen finden Sie hier. (Sie werden zur Internetseite des Freistaates Sachsen weitergeleitet).
Zum Leitfaden "Die Bechsteinfledermaus Myotis bechsteinii - eine Leitart für den Waldnaturschutz, Handbuch für die Praxis" führt dieser Link. (Sie werden zur Projektseite des Naturpark Rhein-Taunus weitergeleitet).

das große mausohr

Das Große Mausohr (Myotis myotis) ist die größte heimische Fledermausart, die sich in den Buchenwäldern der Dübener Heide von großen Laufkäfern ernährt. Sie nutzt liebend gern Gebäude als Wochenstubenquartier. Seit Jahren findet sich eine Wochenstube des Großen Mausohr immer wieder auf dem Dachboden des Kemberger Rathauses (siehe Foto und Video) ein. Diese Fledermausart vermehrt sich in Sachsen-Anhalt zunehmend im Bereich des südlichen, östlichen und nördlichen Harzrandes sowie im westlichen und nordwestlichen Randbereich der Dübener Heide.

Weitere Informationen finden Sie hier. (Sie werden zur Internetseite des Freistaates Sachsen weitergeleitet).

Fledermäuse und Corona

Aktuell werden Fledermäuse in den Medien häufig als mögliche Überträger des neuen SARS-Cov-2 Virus, dem Auslöser der Covid-19-Krankheit, genannt. Dazu ist ein Informationsblatt mit aktuellen wissenschaftlichen Fakten erschienen. Herausgegeber ist die Deutsche Fledermauswarte.
Demnach sind einheimische Fledermäuse nicht mit SARS-Cov-2 infiziert.

Die Erkenntnisse in Kurzform und das ausführliche Informationsblatt finden Sie hier. (Sie werden auf die Internetseite des NABU Sachsen weitergeleitet).


Weitere empfehlenswerte Veröffentlichungen über Fledermäuse sind (Herausgeber ist jeweils das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie des Freistaates Sachsen):


Ein gelungener Überblick aller heimischen Fledermausarten samt Foto und abspielbarem Ruflaut findet sich auf der Internetseite des NABU unter https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/fledermaeuse/arten/index.html

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