Wirtschaft, Nachhaltigkeit und Endlich Wachstum! ein BNE Thema

Wirtschaft prägt unser aller Leben und Alltag: beim Einkaufen, Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Hobby, Schule, Reisen, im Miteinander, … Schließlich soll die Wirtschaft unsere grundlegenden Bedürfnisse befriedigen und allen Menschen gleichermaßen ein gutes Leben ermöglichen. Doch was macht ein gutes Leben aus? Wie kann ein gutes Leben für alle erreichbar sein? In was für einer Welt wollen wir leben, damit dies gelingt? Ist das mit dem bestehenden Wirtschafts-Wachstumsmodell möglich? Welche Alternativen innerhalb und jenseits dieses Systems gibt es heute bereits? Und was hat das mit mir zu tun?

Am 06.06.2020 findet dazu unser Methodentrainings-Webinar zum Thema Endlich Wachstum! statt. Dabei ist eins klar: Wachstum ist nicht gleich Wachstum. In der Natur ist Wachstum begrenzt: Menschen wachsen, Bäume sprießen in die Höhe, aber irgendwann sind sie »ausgewachsen«. Bei der Wirtschaft soll dies jedoch anders sein, sie soll immer weiter und weiter wachsen: die Produktion, der Umsatz, die Zahl der Beschäftigten eines Unternehmens, die Auswahl an Produkten und unser Verbrauch. Angela Merkel formulierte es 2009 so: „Ohne Wachstum keine Investitionen, ohne Wachstum keine Arbeitsplätze, ohne Wachstum keine Gelder für die Bildung, ohne Wachstum keine Hilfe für die Schwachen.“ Bisher galt bei uns also das Prinzip: Höher, schneller, weiter. Und von allem bitte immer mehr. Schließlich ist Wachstum wünschenswert und Entwicklung gut. Fortschritt ist notwendig und Wettbewerb positiv. Die Natur kann beherrscht werden und Technologie fast alles richten. So oder so ähnlich wird Wachstum immer noch als Lösungsstrategie für eine Vielzahl gesellschaftlicher Herausforderungen beschworen.

Doch kann die als normal und alternativlos geltende Vorstellung einer ewig wachsenden
Wirtschaft der Realität standhalten? Ist mit einem Wachstum der Wirtschaft wirklich ein besseres Leben verbunden?

Das Wirtschaftswachstum ist zu unserem Ziel und dem Anliegen der Politik geworden – mit verheerenden Auswirkungen: Unsere Art zu wirtschaften bringt gegenwärtig Millionen Menschen weltweit in Armut und Ausbeutung, während eine kleine globale Elite unglaublichen Reichtum anhäuft. Das schafft nicht nur Ungerechtigkeit und Ausgrenzung, sondern höhlt auch demokratische Strukturen aus. Gleichzeitig sind wir drauf und dran, unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu zerstören. Mit technischen Lösungen lassen sich diese Schäden längst nicht mehr reparieren. Wächst die Wirtschaft auf diese Art weiter, bedeutet dies in der Regel auch, dass immer mehr natürliche Ressourcen verbraucht werden und der Ausstoß von Klimagasen wie CO2 zunimmt. Insbesondere der fortschreitende Klimawandel hält es uns vor Augen: Wachstum stößt an Grenzen: ökologische, soziale und ökonomische. Doch warum soll die Wirtschaft trotzdem weiterwachsen? Hält Wachstum denn wirklich, was es verspricht? Welche positiven Auswirkungen kann Wachstum tatsächlich auf die jeweiligen Bereiche haben? Und welche kritische Perspektive lässt sich auf diese allgemein anerkannten Annahmen werfen?

Es stellt sich auch die Frage: Was wächst (noch alles), wenn die Wirtschaft wächst? Diese Frage scheint banal und bildet doch einen wichtigen Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit dem Thema Wirtschaftswachstum. Denn wer sich tiefergehend mit dieser Frage beschäftigt, wird schnell feststellen, dass jede Antwort wiederum neue Fragen aufwirft.
Und wozu wirtschaften wir denn? Doch im Grunde genommen, damit es uns und allen anderen Menschen auch gut geht. Immer mehr Wissenschaftler*innen, Organisationen und Aktivist*innen kritisieren daher eine Politik, die alles daransetzt, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wächst, was zwar als Wohlstandsindikator gilt, aber wenig über unsere Lebensqualität aussagt. Kostenlose Tätigkeiten wie nachbarschaftliche Hilfe, ehrenamtliches Engagement oder die Pflege von Angehörigen werden hier nicht mit eingerechnet, obwohl diese sinnvoll und wichtig für unser Zusammenleben sind. Sie plädieren stattdessen für eine positive Vision einer Gesellschaft jenseits des Wachstumsstrebens.

Veränderung und Verantwortung fängt immer mit der richtigen Frage an, die wir uns stellen und nach Lösungen suchen. Wie kann es anders/besser gehen? Welcher Mensch möchte ich sein in meinem Leben, in meiner Mitwelt, in der Welt? Wollen wir die Gesellschaft ökologischer und sozialer machen, reicht es nicht aus, nur die äußeren Bedingungen zu ändern. Wir brauchen auch einen tiefgreifenden kulturellen Wandel, um ökologisch nachhaltig und sozial gerecht zu leben und zu wirtschaften. Und Wandel fängt immer bei mir selbst an. Unzählige Ideen und gelebte Beispiele zeigen, wie wir unsere Wirtschaft und unser Zusammenleben Schritt für Schritt verändern können: Indem wir gemeinsam entscheiden, zusammenarbeiten und die Grenzen der Natur respektieren. Bereits gelebte Alternativen und Möglichkeiten, zum Beispiel aus den Bereichen Postwachstum und Degrowth, findet ihr unter anderem hier:


Buch "Kein Wachstum ist auch (k)eine Lösung"


In Zusammenarbeit von FairBindung e.V. mit Konzeptwerk Neue Ökonomie entstanden Bildungsmaterialien mit über 100 Methoden zu Grundlagen des Wirtschaftens, ökologischen, sozialen und globalen Dimensionen von Wachstum sowie Alternativen und Perspektiven für eine Gesellschaft jenseits des Wachstums. Hier der Link zu den Bildungsmaterialien: www.endlich-wachstum.de.

FairBindung e.V., ein gemeinnütziger Verein aus Berlin, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen zu befähigen, sich mit Themen der sozial-ökologischen Transformation individuell und im Austausch mit anderen auseinanderzusetzen. Zentrales Element ihrer Bildungsarbeit ist das Sichtbarmachen von gelebten Alternativen, mit dem Ziel, Lernprozesse und neue Denkweisen anzustoßen, die es ermöglichen, den transformativen Wandel aktiv mit zu gestalten.

Für mehr Informationen und Kontakt zu FairBindung e.V. und Konzeptwerk Neue Ökonomie schaut auf

www.fairbindung.org
www.konzeptwerk-neue-oekonomie.org
www.endlich-wachstum.de

Wir sind die Gestalter unseres Lebens und damit unserer Gesellschaft. Packen wir es gemeinsam an. Wenn euch das Thema anspricht und ihr die Inhalte und Methoden in eurer Arbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen gern anwenden und weitergeben möchtet, damit gemeinsam ein gutes Leben für Alle gelingen kann, dann seid am 06.06.2020 zum Webinar mit dabei. Meldet euch mit eurer Email-Adresse bis zum 02.06.2020 an unter k.ehlert@naturpark-duebener-heide.de.

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