Verein Dübener Heide e.V. trauert um Heidemaler Wolfgang Köppe

Veröffentlicht am 02.02.2018 um 12.01 Uhr

Der Verein Dübener Heide e.V. trauert um Wolfgang Köppe. Der Heidemaler ist am Donnerstag, 1. Februar 2018, im Alter von 91 Jahren friedlich in seinem Haus in Tornau eingeschlafen. „Mit Wolfgang verlieren wir eine herausragende Persönlichkeit in unserer Heide. Er hat sich immer für die Belange seiner, unserer Heimat stark gemacht und junge, künstlerisch begabte Menschen aus ganz Europa gefördert. Unsere Gedanken sind jetzt bei seiner Frau Monika und der Familie“, sagt Axel Mitzka, der Vorsitzende des Vereins Dübener Heide e.V., in dem sich Köppe seit den 1990er-Jahren engagierte. „Für mich war Wolfgang Köppe jemand, der es als höchstes Gut betrachtete, dass sich die Jugend frei in Europa bewegen konnte und es liebte, wenn sich die Jugend Europas auf seiner Wiese traf“, sagt Naturparkleiter Thomas Klepel.

 

Wolfgang Köppe ist 1926 in Bad Schmiedeberg geboren und war seit seiner Jugend künstlerisch tätig. Nach 1945 entstanden in englischer Kriegsgefangenschaft seine ersten Werke, die auch in England ausgestellt wurden. Dort war er in den Jahren 1946 bis 1949 Schüler bei G. Gascoin, später in Deutschland bei den Künstlern Werner Tübke und Gerhard Lichtenfeld. Mit den „Bitterfelder Fraktalen“ entwickelte er eine völlig neue Kunstrichtung. Der beim Malen in der Regel eingesetzte Pinsel entfiel durch den Einsatz von Cekarol-Farben, die die Bildfläche mittels eines eigens von Köppe entwickelten Verfahrens beschichteten. Mit dieser Technik wurde er im In- und Ausland bekannt. Über 100 Werke dieser Art entstanden.

 

Nach der politischen Wende 1990 führte der Künstler mehrere internationale Seminare mit Kunststudenten zu diesem Thema durch und gab auch regionalen Künstlern in der Dübener Heide Unterricht und eine Plattform. Außerdem gestaltete er zahlreiche Ausstellungen in der Region; derzeit ist eine Auswahl seiner Bilder in der Galerie am Ratswall in Bitterfeld-Wolfen zu sehen. Weit über 3000 Aquarelle hat Wolfgang Köppe geschaffen, hinzu kommen 1500 Öl-Bilder, Fraktale und Skizzenbücher. Heimatforscher Hans Funk sagte einmal über Köppe, dass man ihn nicht auf den Begriff „Heidemaler“ reduzieren könne. Sein gesamtkünstlerisches Werk sei zwar von der Liebe zur Heimat geprägt, aber seine Ideen speisten sich aus vielen Quellen.

 

Wolfgang Köppe war nicht nur als Maler bekannt. Er stellte auch Skulpturen aus Holz her und fertigte Baumstudien an. 2000 rief er den Internationalen Holzskulpturenwettbewerb „Kunst mit Kettensägen“ im Naturpark Dübener Heide ins Leben. „Wolfgang Köppe hat mit seiner Idee des Holzskulpturen-Wettbewerbs etwas Bleibendes geschaffen. Heute ist es das größte und schönste Sommerfest der Dübener Heide. Das Heidedorf Tornau hat es bekannter gemacht. Als Heidemaler war er ein Original. Mit Wolfgang Köppe verlieren wir einen Menschen, der in und für unsere Heimat lebte“, sagt Gräfenhainichens Bürgermeister Enrico Schilling. Einheimische Skulpturenkünstler wie Raik Zenger aus Bad Düben hat Wolfgang Köppe stets gefördert. „Durch Wolfgang habe ich erst zur Holzkunst gefunden“, so Raik Zenger. „Er hatte immer Ideen und gab Hilfestellungen beim Entstehen von Figuren. Wenn ich seine Hilfe brauchte, war er da. Für das Frühjahr hatten wir schon neue Pläne.“

 

Wolfgang Köppe erhielt 2003 den Heidepreis und wurde Ehrenmitglied im Verein Dübener Heide e.V. 2005 erhielt er die Verdienstmedaille des Bundesverdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland für sein künstlerisches Lebenswerk. 2006 verlieh ihm seine Heimatgemeinde Tornau die Ehrenbürgerschaft. „Der Heideverein hat Wolfgang viel zu verdanken. Wir werden ihn, seine guten Ratschläge und sein Wissen sehr vermissen“, so Axel Mitzka.

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