Artenschutz und blühende Dörfer

Eine der größten Errungenschaften des Vereins Dübener Heide ist es, dass 1992 aus der Dübener Heide ein Naturpark wurde. Im Kern geht es darum, die 75.000 Hektar große Kulturlandschaft in Sachsen und Sachsen-Anhalt, die aus Naturschutzgründen sowie wegen ihrer besonderen Eigenart und Schönheit von herausragender Bedeutung ist, zu erhalten, zu pflegen und zu entwickeln. Dieser Aufgabe hat sich der Verein Dübener Heide, insbesondere das Naturparkmanagement angenommen. Wir haben frühzeitig ein Pflege- und Entwicklungskonzept erarbeitet und setzen es um. Im Bereich Artenschutz kümmern wir uns um Biber, die oftmals hohes Konfliktpotenzial mit sich bringen, oder um den Schutz von bedrohten Fledermausarten. Wir sorgen dafür, dass die Dübener Heide in vielen Orten blüht, legen spezielle Wiesen als Nahrungsquelle für Bienen an und tragen damit zu mehr Artenvielfalt bei. Und wir wollen die Naturparkregion auch für die hier lebenden Menschen und Besucher attraktiv machen, indem wir die Möglichkeiten einer landschaftsbezogenen Erholung verbessern und die Entwicklung eines nachhaltigen, sanften Tourismus und einer nachhaltigen Landnutzung fördern.

Der Elbebiber gestaltet die Naturlandschaft

Das Wappentier des Naturparks Dübener Heide, der Biber, stand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Mitteleuropa kurz vor dem Aussterben. Kleine Restpopulationen des heimischen Elbebibers blieben lediglich in Mitteldeutschland im Gebiet an Elbe und Mulde erhalten. Durch umfangreiche Schutzmaßnahmen und ehrenamtliches Engagement erholten sich die Bestände und bereits Mitte der 1980er-Jahre waren 2000 Elbebiber in Ostdeutschland erreicht.

Das sächsische Hauptverbreitungsgebiet des Bibers liegt in Nordsachsen - im Naturpark Dübener Heide an Elbe und Mulde und deren Einzugsgebieten. Geschätzt gibt es gegenwärtig etwa 1200 Elbebiber in Sachsen, die in den Flussauen von Elbe und Mulde, Schwarzer Elster, Neiße sowie in deren Nebengewässern leben. Ausbreitungstendenzen gibt es aus den großen Auen heraus in die Nebengewässer sowie aus den Nebengewässern in die Fläche. Da alle Bäche aus dem Waldgebiet der Dübener Heide entweder zur Elbe oder zur Mulde hin abfließen, begannen Biber die Heidebäche bachaufwärts zu wandern.

Dass der Biber wie kein anderes Tier seinen Lebensraum beeinflussen und gestalten kann, bringt viele positive Effekte für Artenvielfalt, Hochwasserschutz, Grundwasserhaushalt und Gewässerqualität. Durch das Fällen von Bäumen oder Anlegen von Dämmen wird die Kulturlandschaft aktiv gestaltet und beeinflusst. Diese Veränderung der Kulturlandschaft kann an den Stellen, wo dann Landnutzungsinteressen aufeinander treffen, zu Konflikten führen. Deswegen ist ein Management zum Zusammenleben von Mensch und Biber in Sachsen, vor allem im nordwestsächsischen Hauptverbreitungsgebiet des Bibers notwendig.

Der Naturpark Dübener Heide verfügt seit 2003 über ein regionales Bibermanagement. Die in den etablierten Biberfachgruppen organisierten ehrenamtlichen Biberrevierbetreuer sind dabei wichtige Stützen. Zu Aufgabenfeldern und Arbeitsschwerpunkten zählen die Annahme von Schadensmeldungen und deren Weiterleitung an die zuständigen Behörden sowie die Beratung und Information von Bürgern, Kommunen und Landnutzern zur Konfliktvermeidung und -minimierung.
Zur Koordinierung eines überregionalen Bibermanagements wurde in Trägerschaft des Landkreises Nordsachen - mit Unterstützung des Freistaates Sachsen sowie der beiden Nachbarlandkreise - beim Naturpark Dübener Heide eine landesweite Kontaktstelle Bibermanagement installiert.

Seit 2015 fungiert die Kontaktstelle als permanent erreichbarer Berater und Dienstleister für Sachsen. Sie hat ihren Sitz bei dem zwischen Elbe und Mulde gelegenen Naturpark Dübener Heide. Sie ist Ansprechpartnerin für Landnutzerinnen und Landnutzer, Behörden und alle weiteren Personen und Institutionen, die mit dem Biber zu tun haben. Wesentliche Aufgabe ist Konfliktmanagement. Die Kontaktstelle wirkt an der Schnittstelle zwischen Artenschutz und Landnutzung und entwickelt gemeinsam mit Betroffenen „proaktive“ Lösungsmöglichkeiten.

Hier gibt es als PDF-Download eine kostenlose Broschüre über den Biber.

Kontakt:

Regionale Wirbeltierarten-Kontaktstelle
Janine Meißner
Naturparkhaus
Neuhofstraße 3a
04849 Bad Düben
Telefon: 034243 717211 (mit Anrufbeantworter) oder 0177 4261422
Telefax: 034243 342009
eMail: bibermanagement@naturpark-duebener-heide.com
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