Bibermanagement im Naturpark Dübener Heide

"Hohe Buchen wachsen hier, Biber gibt es im Revier" besingt ein Lied die Dübener Heide. Das Wappentier des Naturparks Dübener Heide, der Biber, stand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Mitteleuropa kurz vor dem Aussterben. Kleine Restpopulationen des heimischen Elbebibers blieben lediglich in Mitteldeutschland im Gebiet an Elbe und Mulde erhalten. Durch umfangreiche Schutzmaßnahmen und ehrenamtliches Engagement erholten sich die Bestände und bereits Mitte der 1980er Jahre waren wieder 2.000 Elbebiber in Ostdeutschland erreicht.

Geschätzt gibt es gegenwärtig etwa 1.200 Elbebiber in Sachsen. In Sachsen-Anhalt sind es zur Zeit etwa 3.300 Tiere. Ausbreitungstendenzen gibt es aus den großen Auen heraus in die Nebengewässer sowie aus den Nebengewässern in die Fläche. Da alle Bäche aus dem Waldgebiet der Dübener Heide entweder zur Elbe oder zur Mulde hin abfließen, begannen Biber die Heidebäche bachaufwärts zu wandern. Im zwischen Elbe und Mulde gelegenen Naturpark Dübener Heide leben rund 200 Biber in 95 besetzten Revieren. Der Landkreis Wittenberg (Sachsen-Anhalt) und die Region Nordwestsachsen stellen im jeweiligen Bundesland den Verbreitungsschwerpunkt der Art dar.

Optimal geeignete Biberlebensräume sind längst besiedelt. Zugleich ist der Biber eine streng geschützte Tierart. Dass der Biber wie kein anderes Tier seinen Lebensraum aktiv beeinflussen und gestalten kann, bringt viele positive Effekte für Artenvielfalt, Hochwasserschutz, Grundwasserhaushalt und Gewässerqualität. Das Fällen von Bäumen oder das Anlegen von Dämmen kann in der Kulturlandschaft und in Siedlungsbereichen an den Stellen, wo dann Landnutzungsinteressen aufeinander treffen, Konflikte verursachen. Von vielen Nutzergruppen werden erhebliche Beeinträchtigungen in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft kritisiert und als unangemessen hoch angesehen. Der Biberschutz erzeugt soziokulturelle und ökonomische Konflikte.

Deswegen ist ein Management zum Zusammenleben von Mensch und Biber in Sachsen vor allem im nordwestsächsischen Hauptverbreitungsgebiet des Bibers notwendig. Eine rein ökologische Betrachtung des Biberschutzes erscheint unzureichend, weil sie den Anforderungen von Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur sowie den regionalen und örtlichen Besonderheiten, wie sie die Europäische Union hervorhebt, nicht Rechnung trägt.

Der Naturpark Dübener Heide verfügt seit 2010 über ein regionales Bibermanagement. Die in den etablierten Biberfachgruppen organisierten ehrenamtlichen Biberrevierbetreuer sind dabei wichtige Stützen. Zu den Aufgabenfeldern und Arbeitsschwerpunkten zählen die Annahme von Schadensmeldungen und deren Weiterleitung an die zuständigen Behörden sowie die Beratung und Information von Bürgern, Kommunen und Landnutzern zur Konfliktvermeidung und -minimierung.

Überregionale Kontaktstelle Bibermanagement im Freistaat Sachsen

Zur Koordinierung eines überregionalen Bibermanagements wurde in Trägerschaft des Landkreises Nordsachen - mit Unterstützung des Freistaates Sachsen sowie des Nachbarlandkreises Leipzig und der Stadt Leipzig - beim Naturpark Dübener Heide eine landesweite „Kontaktstelle Bibermanagement“ installiert. Seit 2015 fungiert die „Kontaktstelle Bibermanagement“ als permanent erreichbarer Berater und Dienstleister für Sachsen. Die Kontaktstelle hat ihren Sitz bei dem zwischen Elbe und Mulde gelegenen Naturpark Dübener Heide. Sie ist Ansprechpartnerin für Landeigentümer und Landnutzer, Behörden und alle weiteren Personen und Institutionen, die mit dem Biber zu tun haben. Wesentliche Aufgabe ist das Konfliktmanagement. Die Kontaktstelle wirkt an der Schnittstelle zwischen Artenschutz und Landnutzung und entwickelt gemeinsam mit Betroffenen „proaktive“ Lösungsmöglichkeiten.

Kontakt

Regionale Wirbeltierarten-Kontaktstelle
Kontaktstelle Bibermanagement im Freistaat Sachsen
c/o
Janine Meißner
NaturparkHaus | Neuhofstraße 3a | 04849 Bad Düben
Telefon: 0177 4261422 | E-Mail: bibermanagement@naturpark-duebener-heide.com

Nachricht an das Bibermanagement

Projektentwicklung

// Regionale Erprobung einer schnellen mobilen „Bibereingreiftruppe“ im Naturpark Dübener Heide (Teil Sachsen-Anhalt)
// Studien zur Dokumentation von Artvorkommen des Elbebibers im Landkreis Nordsachsen/Naturpark Dübener Heide
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